Tattoos
Tätowieren ist eine der ältesten Formen, den Körper zu verzieren. Wie erstaunt war die Menschheit, als auf dem im Jahre 1991 im Ötztal gefundenen, weltberühmten Steinzeitmenschen “Ötzi” dieser Körperschmuck in vielfacher Ausführung gefunden wurde?!
In Japan oder Polynesien hat die Tätowierkunst ebenfalls eine sehr lange Tradition. Allerdings wurden die Tattoos hier nicht unbedingt aus Gründen der Schönheit auf den Leib gebracht, vielmehr vollziehen gerade die Polynesier das Tatauieren (polynesisch Tatau – Zeichen) aus Stammestradition.
Zwischen dem Einstechen von Ornamenten in Punkt-, Strich- oder Kreisform, dem Einnähen von geschwärzten Fäden unter die Haut und einer hygienisch einwandfreien Tätowiermaschine liegen viele Jahre und ein ganz anderes Verständnis dieser Körperkunst.
Während in der Mitte des 20. Jahrhunderts bis in die späten 1980er Jahre Tätowierungen eigentlich nur Seeleuten oder Gefängnisinsassen vorbehalten waren, fing circa 1990 ein allgemeines Umdenken an. Die Vielfalt der Motive für ein Tattoo beschränkte sich nicht mehr nur auf eine Insel mit zwei Palmen, eine Hawaiianerin oder die berühmte “Pennerträne”. Wundervolle Gemälde entstanden auf der Haut, Tiere, Blüten oder mystische Gestalten zierten die Körper immer jüngerer Menschen.
Heute ist die Vielfalt der Motive für Tattoos wirklich unendlich und die Gründe, sich ein Tattoo stechen zu lassen, reichen von dem Gedenken an einen lieben Menschen bis hin zur Verehrung diverser Comicfiguren oder den Stolz darauf, eine schwierige Aufgabe gemeistert zu haben.
Eine schöne Tätowierung unterstreicht die Schönheit eines Menschen, macht ihn zu etwas Besonderem, begleitet ihn auf seinem weiteren Lebensweg. Deshalb sollten sich gerade junge Menschen der Tragweite ihres Handelns bewusst sein. Die Entfernung eines Tattoos ist sehr aufwendig, langwierig und vor allem sehr schmerzhaft.
Aber wenn man sich dazu entschlossen hat, seinen Körper mit einem solchen Kunstwerk zu verschönern, denkt man ja nicht daran, dass man es wieder entfernen lässt. Wichtig ist also zum Einen die Wahl des Motivs, zum Anderen natürlich die Wahl der Körperstelle, auf die das Tattoo aufgetragen wird. Sich den Namen der oder des Liebsten stechen zu lassen, ist gerade bei sehr jungen Menschen “in”, aber man sollte unbedingt bedenken, dass das Tattoo ein Leben lang hält, wird die momentane Liebe das auch? Fragwürdig sind auch Tätowierungen auf stets sichtbaren Körperstellen, wie den Händen, dem Hals oder dem Gesicht, denn nur sehr wenige Arbeitgeber sind so tolerant, jemanden mit tätowiertem Gesicht einzustellen.
Nach dem eigentlichen Tätowieren bedarf das Tattoo einiger Pflege, schließlich handelt es sich um eine Wunde auf der Haut. Das Tattoo wird zuerst mit Frischhaltefolie abgedeckt. Diese kann nach einigen Stunden möglichst unter lauwarmem Wasser abgelöst werden.
In der folgenden Zeit muss das Tattoo feucht und vor allem sauber gehalten werden. Zur Pflege empfehlen Hautärzte antibakterielle Seife und antibiotische Salbe.
Eine Tätowierung kann etwas Wunderschönes sein. Ein Tiger kratzt sich bildlich einen Weg aus der Haut, ein Blumenmeer überflutet den Rücken, ein Drache fliegt feuerspeiend über die Schulter oder Jesus schaut gütig von unserer Brust, der Körper ist eine Leinwand, die mit den tollsten Motiven geschmückt werden kann.Und wer sich nicht traut zu tättowieren, fängt am besten mit Wandtattoos an.